Wir, die Wache, zeigen unser Können nicht nur auf den Bühnen Kölns, von der guten Stube unserer Vaterstadt, dem Kölner Gürzenich, bis zur lachenden KölnArena, sondern auch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Von den Niederlanden und Belgien im Westen, dem Münsterland im Norden sowie dem Sauerland im Osten und im Süden geht es bis an den Main, überall dort repräsentieren wir den kölnisch „Fasteleer“. Besonders stolz sind wir auf unsere „Gastspiele“ im Fernsehen: Egal ob privat oder öffentlich-rechtlich, auf fast allen Kanälen waren wir Orange-Weißen schon zu sehen.

Jedes Jahr beginnen die Tanzproben nach den Osterferien, und zwar dienstags um 19:30 Uhr für etwa zwei Stunden unter fachkundiger Anleitung. Während sich unseren Hospitanten, den ganz Neuen, hierbei reichlich Gelegenheit bietet, die Tänze zu erlernen, frischen unsere altgedienten Wachesoldaten und -offiziere ihre Tanzschritte auf. Anschließend treffen wir uns gerne zum „Klaaf“ in einer der gemütlichen Nippeser Kneipen, wo nach getaner Arbeit der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen wird.

Ein Highlight unseres Trainingsreigens stellt ohne Frage das jährliche „Trainingslager“ dar. So reisen wir jeweils für drei Tage an ständig wechselnde Orte, da der „Appelsinefunk“ an sich auch immer ein Bildungsreisender ist. Ziel dieser „Intensivkur mit Exerzitien“ ist es, der tänzerischen Darbietung unserer Wachesoldaten und des Tanzpaares im Vorfeld des Sessionbeginns den letzten Schliff zu geben. Selbstverständlich wird auch hier beim abendlichen Aufsuchen der örtlichen Brauereiszene peinlichst genau auf das Auffüllen des Mineralienpegels geachtet. Apropos: Mancher der von uns aufgesuchten Wirte spricht in diesem Zusammenhang eher von „Heimsuchung“. Klar, dass bei solcherart „Tanzeinlagen“ auch das menschliche Miteinander und der Teamgeist eine erhebliche Förderung erfahren. Dies gilt umso mehr, als dass sogar unser Stabsmusikzug es sich ab und an nicht nehmen lässt, diesem jährlichen Stelldichein beizuwohnen.

Wer Interesse an einer Mitgliedschaft in unserer Wache hat, wendet sich bitte an den Kommandanten Markus Lambrechts.

Der Wachevorstand
Kommandant: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
Zahlmeister der Wache: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Vizekommandant: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Corps-Spies: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Schriftführer der Wache: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Geschichte der Wache
Das Aushängeschild einer Korpsgesellschaft ist die Wache respektive das Tanzkorps. Die närrischen Soldaten und Offiziere erfreuen sich bei ihren Auftritten großer Beliebtheit. Das Juwel „un et Schönste, wat de Neppser Bürjerwehr zo beeden hätt“ ist die Tanzmarie, die mit ihrem Tanzoffizier und den tanzenden Wachesoldaten über die Bühnenbretter wirbelt. Bei der Nippeser Bürgerwehr gab es mit Carolinchen Trimborn bereits im Jahre 1929 ein Mariechen. Allerdings war sie für die KG eher ein Maskottchen, denn tanzende Soldaten gab es leider keine. Lediglich ein Soldat, Willi Brettschneider, kam 1931 dazu. Mitte der 30er-Jahre standen dann vier Tanzsoldaten auf der Bühne, die allerdings ein männliches Mariechen begleiten mussten: Denn nach dem Rücktritt von Carolinchen Trimborn übernahmen Männer den Mariechen-Part. Kurt Senft war die letzte männliche Marie der Bürgerwehr. Als Wachkommandanten fungierten Jean Schwan und ab 1936 Franz Möglich. Unter Möglichs Ägide gab es den ersten „Soldatentanz“ – diesmal wieder mit einer weiblichen Marie: Sybille Reinartz. Bevor der Zweite Weltkrieg dem närrischen Bürgerwehrtreiben ein – vorübergehendes – Ende setzte, präsentierte die orange-weiße Truppe erstmalig einen „echten“ Mariechen-Tanz in der Session 1937. Das Wache-Tanzkorps zählte zu diesem Zeitpunkt übrigens gerade mal sechs Mitglieder.

Nach dem Krieg brauchte auch der Tanzkorps der Bürgerwehr einige Zeit, um wieder auf die Füße zu kommen. Anneliese Esch und Hans Deutsch, die später sogar heirateten, waren das erste Nachkriegstanzpaar der Nippeser Jecken – und schon 1950 stand eine kleine Truppe auf der Bühne, um den Namen der „Appelsinefunke“ in die „Fastelovendswelt“ zu tragen. Laut eines Geschäftsberichts trat das Tanzkorps im ersten Jahr seines Wiederauflebens bei 24 Gesellschaften und Vereinen auf – eine stolze Zahl. Trude Neppen und Heinz Buscheljot sowie Marga Rohrer, Peter Bollemans und Hans-Günter Sass tanzten danach bis 1960 in orange-weißer Uniform auf den karnevalistischen Bühnenbrettern. Damals bestand das Korps in der Regel aus acht Soldaten, dem Tanzpaar, dem Koch, dem Fahnenträger und natürlich dem Kommandanten – und es gab pro Session rund 30 Auftritte. Vorher und nachher traf man sich in einer der Nippeser Wirtschaften – meist in der Gaststätte Deutsch – zum „Sammeln“, aber auch zum gemütlichen Zusammensein.

Zu den Veranstaltungen fuhr das Trüppchen meistens mit der Straßenbahn. Erst mit der Verwandlung der Nippeser Bürgerwehr in eine „richtige Korpsgesellschaft“ mit Rang- und Uniformvorschriften im September 1969 stellte sich auch bei den Tanzoffizieren eine Art Konstanz ein. Nach bis dahin beinahe jährlich wechselnden Tanzpaaren fungierten Karl-Heinz Kreuder für vier Jahre, Günter Schleimer für acht Jahre und Ralf Rolauf sogar für zwölf Jahre als Tanzoffizier der Nippeser Jecken.

Vor allem eine gute Kameradschaft untereinander zeichnete die Wachesoldaten aus. Und wenn Not am Mann (oder an der Frau) ist/war, sind/waren auch „Ehemalige“ gerne bereit einzuspringen. So beispielsweise in der Session 1988, als Tanzmariechen Gina Hilger wegen eines doppelten Bänderrisses mitten in der Session ausfiel. Die ehemalige Marie Marita Vent erklärte sich spontan bereit, ihre verletzte Kollegin zu vertreten. Zwei Jahre zuvor hatte sie bereits für die Bürgerwehr getanzt, musste dann aber aufhören, weil sie ein Kind erwartete. Für Marita Vent gab es keine Probleme, sich wieder einzugewöhnen – immerhin hat sie mit dem gleichen Tanzoffizier getanzt: Ralf Rolauf. „Sogar die Uniform passte noch wie angegossen“, erinnerte sie sich später. Rolauf selbst zog sich sogar nach seinem offiziellen Abschied noch einmal die Tanzstiefel an: Als es nach dem Rücktritt 1993 mit dem neuen Tanzoffizier nicht so recht klappen wollte, stand er für zwei weitere Jahre zur Verfügung. Das war schon ein (scherzhafter) Etikettenschwindel, mit dem Präsident Manfred Wolff 1994 den Korpsappell in der Flora eingeleitet hat. Denn er stellte Rolauf witzelnd als neuen Tanzoffizier vor, obwohl der „liebe Jung“ schon seit zehn Jahren die Beinchen für die „Appelsinefunke“ schwang.

Darüber hinaus geschah es in der Geschichte der Bürgerwehr nicht selten, dass ehemalige Tanzoffiziere später zu Wachkommandanten wurden. Peter Bollemans, Hans-Günter Sass, Karl-Heinz Kreuder und Günter Schleimer sind die besten Beispiele dafür. Dass die gemeinsame Zeit als Tanzpaar übrigens auch richtungweisend für das private Leben sein kann, beweist nicht nur die Heirat des ersten Nachkriegspaares Anneliese Esch und Hans Deutsch – auch Sabine Hasenbach und Bernd Kneib, die zwischen 1996 und 1999 für die Bürgerwehr tanzten, wurden ein Paar. Und das ehemalige Tanzpaar Marion und Andreas Günnewig haben geheiratet.

Mit der Trilogie der Tanzmariechen Natascha Waage, Sarah Basinsky und Stina Pohl (die jetzige Marie) wurden neue tänzerische Maßstäbe gesetzt. Auch musikalisch hat die Bürgerwehr in den letzten Jahren merklich aufgerüstet und das Tambourkorps um die Blaskapelle der Musikfreunde Köln-Nippes erweitert, um noch mehr kölnische Töne auf die Bühnen zaubern zu können.